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Ausschreibung "Wippermann-Gelände"

1. Objektbeschreibung

Der zu erwerbende Gebäudeteil (Erbpacht ist ebenso möglich) ist Teil des historischen Gewerbeareals "Wippermann-Gelände", das den vorderen Block sowie den dahinter liegenden "Riegel" und die dazugehörige "Stage-Hall" mit insgesamt ca. 1.000 qm beinhaltet.

Die Adresse lautet: Frankfurter Straße 50 und 52, 58355 Halver. Es handelt sich um eine Gebäude- und Freifläche, Flur 72.

Ein Übersichtsplan ist diesem Ausschreibungstext beigefügt. Das Gesamt-Areal umfasst ca. 10.500 qm. Der benachbarte Werkhof ist seit 13 Jahren ein wichtiger sozialer Anker in der Stadt und Mieter der Stadt Halver.

2. Konzeptionelle Beschreibung

2.1 Einleitung

Das Wippermann-Gelände (ehemals gewerbliche Flächen) in der Innenstadt von Halver soll im Zusammenspiel mit der dort bereits vorhandenen Nutzung durch den Werkhof zu einem innerstädtischen Kreativquartier entwickelt werden. In unmittelbarer Nachbarschaft wurden bereits erfolgreich REGIONALE 2013 Projekte umgesetzt, wie die Häuser der Kultur (Schieferhäuser und Regionalmuseum Villa Wippermann), die Aufwertung der Bahnhofstraße sowie des Umfelds am Kulturbahnhof.

Das Projekt zeichnet sich durch einen ganzheitlichen Ansatz aus, der darauf zielt, Leben und Arbeiten auf kreative Art und Weise miteinander zu verknüpfen und den Standort Halver, ebenso wie die Region Oben an der Volme (OadV), zu stärken. Neue Formen der Verschmelzung von Arbeit und Leben (work-life-blending) sollen dort ermöglicht werden und entsprechende Angebote dauerhaft etabliert werden.

Das Gesamtprojekt umfasst die Bausteine:

  1. "Denkhof" mit Coworking für verschiedene Nutzergruppen (Gründer und alle Interessierten, z.B. Homeoffice-Müde) sowie Mehrzweckräume für die Öffentlichkeit in Verbindung mit dem Baustein "Digital-Hub" als außerschulischer Lern- und Begegnungsort. Der Denkhof ist das Herzstück des Gesamtprojektes als physischer Ort für die Vernetzung und Begegnung aller Akteure.
     
  2. "Stage-Hall" - die Stage-Hall ist als Kultur- und Veranstaltungsort bereits etabliert und bietet großes Potenzial für weitere kulturelle Veranstaltungen.
     
  3. Werkhof (Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mit Sozialkaufhaus)
     
  4. "Neues Wohnen", ggf. in Verbindung mit einem Ärztehaus. Dieser Projektbaustein könnte das Angebot insgesamt ergänzen, u. a. bei der Entwicklung neuer Wohnformen im Bereich Co-Living. Bei der Ausschreibung handelt es sich nur um die Gliederungspunkte 1 und 2!

Achtung: Bei der Ausschreibung handelt es sich nur um die Gliederungspunkte 1 und 2!

Wippermanngelände Gebäude

2.2 Lage und Bedeutung

Das Wippermann-Gelände befindet sich in der Halveraner Innenstadt in unmittelbarer Nähe zum zentralen Versorgungsbereich. Es liegt genau in der Achse zwischen dem (bereits umgebauten und modernisierten) Kulturbahnhof und dem Fachmarktzentrum im Süden und dem Rathaus-Quartier im Norden. Die Fläche zeigt großes Potenzial mit viel Raum für neue Ideen und Visionen, hat eine wichtige städtebauliche Funktion und kann wie folgt gegliedert werden:

  • Im nördlichen Teil, welcher unmittelbar an die Frankfurter Straße angrenzt, befindet sich ein derzeit leerstehendes Bürogebäude in baulich ordentlichem Zustand und einer Bruttogeschossfläche von ca. 1000 m² sowie einem Verbindungsbau zum Werkhof mit darunter liegender Stage-Hall (Kaufgegenstand).
     
  • Den mittleren Teil bildet ein Gebäudeensemble, das die Werkstatt-, Verkaufs- und Lagerflächen des Werkhofs beheimatet.
     
  • Im südlichen Teil befindet sich eine zum Großteil unbebaute Grundstücksfläche, die als Potenzialfläche, u.a. für eine Wohnbebauung genutzt werden könnte.
Wippermanngelände Lage

3. Erwerbsbedingungen und Ziele

Der/die Erwerber sind hinsichtlich der Entwicklung und weiteren Nutzung der Gebäude und Flächen des sog. "Denkhofes" den Projektzielen für das Kreativ.Quartier.Wippermann verpflichtet, das sind insbesondere:

  • Umbau, Sanierung des Büro-Gebäudes für diverse Nutzergruppen, wie Gründer/ Start-Ups und Betrieb eines Coworking-Space für Freelancer, private Home-Office-NutzerInnen etc.
     
  • Die Schaffung von Konferenzräumen mit moderner Technik für eigene Zwecke und zur Anmietung durch Dritte und die Stadt (z.B. für Gremiensitzungen).
     
  • Die räumliche und inhaltliche Einbindung des sog. "Digital-HUB".
     
  • Der Erhalt und die Weiterentwicklung der Stage-Hall sowie die Einbeziehung des Innenhofes in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen. Wünschenswert ist hierbei auch die Bereitschaft, die Stage Hall für Nachwuchs- Bands oder für Aktionen im Rahmen der Schul- und Jugendarbeit in der Stadt bereit zu stellen.
     
  • Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Werkhof, insbesondere als Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mit Verbindung zu Schulen, Handwerk, Industrie und Gewerbe, sog. "Maker-Space".
     
  • Die Zusammenarbeit mit der Stadt Halver bei der Weiterqualifizierung des Gesamtprojektes Kreativ.Quartier.Wippermann im Rahmen der REGIONALE 2025.

Diese Ziele und Nutzungsauflagen sind für insgesamt 20 Jahre im Kaufvertrag zu vereinbaren und zu sichern (analog Fördermittelbindung).

Sofern sich die Möglichkeit eröffnet, über die REGIONALE 2025 Fördermittel für das Projekt und/oder Bausteine daraus zu beantragen, die an Dritte weitergeleitet werden dürfen, wird die Stadt Halver dies -in Absprache mit dem Erwerber- vornehmen.

4. Verfahren und Gewichtung von Kaufpreis und Konzept

Es wird ein Investorenauswahlverfahren stattfinden.

Interessierte Bewerber/innen können Baupläne etc. anfordern und auch Vor-Ort-Termine ausmachen, um sich ein Bild der Örtlichkeit und Bausubstanz zu machen. Dafür ist ein Zeitraum bis einschließlich 21.03.2022 vorgesehen.

Auf der Grundlage dieser Informationen muss ein Erstangebot bis zum 04.04.2022, 16 Uhr, in schriftlicher Form oder per E-Mail an die u.a. Ansprechpartner abgegeben werden.

Die eingegangenen Angebote werden dann bis einschließlich 02.05.2022 mit den Bewerber/innen besprochen und gegebenenfalls nachverhandelt.

Auf der Grundlage dieser Gespräche und Verhandlungen muss ein finales Angebot bis zum 16.05.2022, 16 Uhr, schriftlich per E-Mail an die u.a. Ansprechpartner abgegeben werden.

Bei der Zuschlagserteilung werden die Kriterien Kaufpreisangebot und Konzept (Pkt. 3 a-f) im Verhältnis 40 : 60 gewichtet. Innerhalb des Kaufpreisansatzes werden weiterhin das vorgesehene Investment, der vorgesehene Baustandard sowie die nachgewiesene Bonität der Bewerber/innen ins Verhältnis gesetzt.

Die dann vorgelegten Konzepte werden im Lenkungskreis, dem Vergabeausschuss und final im Hauptausschuss beraten und entschieden. Die Bewerber/innen haben die Möglichkeit, Ihr Konzept im nicht öffentlichen Teil des Hauptausschusses am 15.06.2022 vorzustellen. In der Hauptausschusssitzung am 15.06.2022 wird endgültig entschieden.

Im Zuge des Verfahrens hat die Stadt Halver bis zur Abgabe des finalen Angebots jederzeit die Möglichkeit, das Konzept abzuweisen, wenn unter Berücksichtigung aller Aspekte eine Realisierung des Konzepts tatsächlich ausweglos erscheint. Im Rahmen der zweiten, finalen Vergabephase besteht diese Möglichkeit zudem, wenn folgende Unterlagen bis Fristende nicht mit eingereicht werden:

  • Aktueller Handelsregisterauszug in Kopie (nicht älter als sechs Monate)
  • Angaben zu den Bewerber/innen / der Bietergemeinschaft
  • Erklärungen über das Nichtbestehen von Ausschlussgründen gemäß §§ 123,124 GWB
  • Bankerklärung: Indikative Erklärung eines deutschen oder im EU-Ausland, dem EWR oder der EFTA ansässigen Kreditinstituts bzw. einer Sparkasse, aus der sich ergibt, dass das Kreditinstitut / die Sparkasse grundsätzlich bereit ist, an der Finanzierung für das ausgeschriebene Projekt mitzuwirken, alternativ eine Schufa-Selbstauskunft.
  • Kalkulation zum erwarteten Umsatz, den Kosten und den Preisen (Preisliste Vermietung)
  • Möglichst zwei Referenzprojekte, die jeweils folgende Kriterien erfüllen:
    • Realisiertes Projekt (= abgenommene Bauleistung)
    • Kumulative Erbringung der Leistungsbestandteile Planung und Bau
    • Brutto-Grundfläche ("BGF") von mindestens 1.000 m2
    • Projekt weist mindestens zwei der folgenden Nutzungsarten auf: Verwaltung (Büro), Gewerbe, Versammlungsstätten, Geschosswohnungen, Beherbergung, Verkaufsstätten, Gaststätten, Freizeitnutzung, Bildungseinrichtung
  • Zusicherung der Projektrealisierung zwischen dem 1. Tag des auf den Notartermin folgenden Monats 2022 und dem 31.01.2023.

Hinweis:

Aufgrund des Kriegs in der Ukraine und der daraus resultierenden Flüchtlingssituation müssen die Bewerber/innen, die den Zuschlag erhalten, mit Verzögerungen bei der Ausführung ihres Konzepts rechnen. Der Denkhof ist als eine von mehreren Flüchtlingsunterkünften vorgesehen.
Ansprechpartner
S. Thienel
 02353 / 73 - 102
Rathaus
Zimmer 25
Thomasstraße 18
58553 Halver